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Der Bauer kauft eine Olive – was für ein Satz, voller tiefer Wahrheit! Der Bauer – ist er nicht schon immer ein aktives Wesen gewesen, dem Gemeinnützigkeit seines wirtschaftlichen Unterfangens so vielen Menschen Gutes beschert? Dieser Bauer also kauft etwas: Er kurbelt mit dieser edlen Handlung die Wirtschaft an, ist wohl auch finanzkräftig genug, um einen Handel einzugehen. So viel Gesundheit steckt in diesem Vorgang, so viel Gutes!

Und dann: Was kauft er? Eine Olive. Ein Vorgang, in der Symbolik steckt,  so edel und gut: Wir fragen uns natürlich: Was ist an jener Olive so Besonderes daran, dass sie vom Bauer erstanden werden will? Ist es die Olive, die der Bauer braucht, um einen eigenen Olivenbaum zu ziehen? Braucht er die Olive für Dekorationszwecke auf der Hochzeitstafel seiner Tochter? Oder sollten wir die Olive als ein Zeichen für etwas anderes nehmen, gleichwohl für eine Frucht, die uns Freude bereitet und uns bereichern kann?

Wir wissen es nicht. Wir wissen nicht, wie es um den Kern bestellt ist, der sich in der Olive befindet. Einzig wissen wir, dass uns die Handlung des Bauern zur Freude gereicht.

Dieser Satz war der erste in meinem Lateinbuch, den es zu übersetzen galt. Sollte sich der eine oder andere Fehler in die Übersetzung oder in dem Titel eingeschlichen haben, geschah dies ohne Absicht und Hintergedanken. Schließlich war ich keine Leuchte in Latein; während die ersten Klausuren von uns Schülern eine Durchschnittsnote von 1,1 hatten, war ich diejenige, die schon die erste 2 nach Hause trug (und in dem Stil ging es weiter).

Frühlingsgewitter
Regen auf trocknem Boden
Dann: Blütendüfte!

Sie schaute auf einen kleinen See, in dessen Mitte sich eine Insel befand. Auf der Insel waren einige Bäume voller grüner Blätter, die sich leicht im Wind bewegten. Die Insel war ein Stück entfernt, sodass ihr schwerfiel, alle Dinge zu erkennen, die sich dort befanden. Als sie jedoch länger hinüberschaute, entdeckte sie Leben in den Bäumen; zwischen den Blättern, aber doch sehr sichtbar, wenn man nur genau hinschaute, befanden sich weiße Vögel, die sich mehr oder weniger still verhielten. Je länger sie hinüberschaute, fand sie um so mehr von den Vögeln. Es mochten Aras sein, vielleicht; es war für sie nicht genau auszumachen.

Dieses Bild von der Insel in dem kleinen See und den Bäumen voller weißer Vögel freute sie. Eine Welle des Glücks stieg in ihr empor – des Glücks und der Lebensfreude.

Es muss doch etwas zu bedeuten haben, dass er im Novalisweg wohnte! Allein schon, dass er hier geboren war, ließ doch schon seine Ambitionen zur Dichtkunst wiederspiegeln! Schon früh, im Alter von sechs Jahren, beschäftigte er sich eingehend mit dem Werk des Namensgebers seiner Straße. Und ihn prägte diese romantische Literatur über die komplette Schulzeit.
Als es daran ging, einen Beruf zu ergreifen, tat er sich schwer. Er fühlte sich, wie einst der Dichter, in dieser, aber nicht von dieser Welt… Als seine Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen, hing er jahrelang in einer melancholischen Stimmung fest. Das funktionierte natürlich nur, weil er ein Vermögen geerbt hatte.

Und so blieb er sein Leben lang im Novalisweg, begann selbst zu dichten, und führte auch ansonsten ein abgeschiedenes und genügsames Leben.

Ob er noch in dieser Welt ist, wissen wir nicht. Ist auch egal, er war ja eh nicht von hier.

Sie hat niemals gewusst, wie Liebe geht,
und es sagte ihr auch niemand.
Und wenn sie jetzt an der Straße steht,
fragt keiner nach ihrer Hand.

Es geht um andres in ihrem Metier,
um handfeste Tatsachen,
nicht zimperlich sein, ach Herrje!
Sondern was verlangt ist, machen.

Liebe ist, wenn beruflich betrieben
das Leidigste aller Verfahren.
Sie wird sich niemals wirklich verlieben
sich niemandem offenbaren.

Kein Wunder, dass sie das nicht erträgt
und zu heftigen Drogen greift.
Es ist nicht, dass sie nicht erwägt
die Freiheit zu wollen – das reift.

Wie lange dauert es, bis sie dort ist
wo sie wirklich zu Hause wäre..
Bis sie Liebe und Freiheit genießt
in einem Haus mit Garten am Meere.

Doch vorher geht sie zugrunde
wird das Lieben nicht erkennen
Geht wirklich noch vor die Hunde
kann sich von den Drogen auch nicht trennen.

Meine Augenlider sind schwer und möchten sich am Liebsten schließen. Und auch mein Sinn ist erschöpft. Träg hangeln sich meine Gedanken Stück für Stück voran und sind doch so zäh und verbraucht wie der Tag, der zur Neige geht. Ich wünschte mir Erquickung, doch weiß ich nicht, wie ich sie mir verschaffen könnte, da meine Ideen ausbleiben.

Mein Körper gehorcht meinen Gedanken nicht. Wenn ich mir wünsche, mich hinzulegen, dann folgen sie nicht, denn jede Bewegung ist schon zuviel. So bleibe ich so, wie ich jetzt bin, und so bleibe ich müde und unglücklich, dass der Tag verging, ohne dass ich eine Erfrischung erfahren hätte.

Müde. Träg. Trüb. Traurig.

Streng genommen waren ihr Tulpen egal. Die gelborangenen wie überhaupt alle anderen Tulpen auch. Und dennoch war ihr Vorgarten im Frühling ein einziges Tulpenparadies.

Die Form dieser Blumen fand sie eher langweilig, geradezu einfältig, und die Farben waren ihr oft zu bonbonhaft, obwohl sie das Heitere, das von diesen Pflanzen ausging, durchaus wahrnahm und dann wieder auch mochte.
Ihr Mann beschwerte sich jeden Frühling über die Tulpen, ihm war das alles viel zu bunt und vor allem zu unelegant. Er liebte es, wenn die Blütenfarben fein aufeinander abgestimmt waren und sich in einem harmonischen Reigen verbanden. So war seine Lieblingszeit im Vorgarten der Sommer, denn dann war es so. Aber er musste die Marotte von seiner Frau akzeptieren, denn sie wich nicht davon ab, die Pflanzen dort blühen zu lassen, auch wenn sie sich über die Gründe nicht äußerte. Er hätte das nicht verstanden – das jedenfalls war ihre Angst.

Die Tulpen waren die Lieblingsblumen ihrer Freundin gewesen. Vor langer Zeit schon ist sie gestorben, doch sie dachte noch immer viel an sie. Sie erinnerte sich, dass sie einen Frühlingsgarten hatte, der vor Tulpen beinahe überlief. Bevor sie anfingen, im Garten zu wachsen, holte sich die Freundin Tulpenzwiebeln ins Haus, und so gab es bei ihr von Januar bis fast in den Mai ununterbrochen Tulpen in allen Farben und Formen.

Im Frühling, wenn die ersten Tulpen begannen zu blühen, verging kein Tag, an dem sie nicht an ihre Freundin dachte. Und vielleicht war es die Zeit, in der sie sich am wenigsten allein fühlte.

Auch wenn ich etwas unscheinbar aussehe, steckt in mir Kraft, viel Kraft sogar! Ich kann helfen, in vieler Hinsicht: Wenn jemand Hunger hat – ein Vogel oder ein Mensch, oder sonstwer, der mich mag, kann er mich essen. Und ich bin ja sogar gesund! Darauf bin ich sehr stolz. Doch zudem kann ich noch etwas anderes, ganz tolles. Dafür brauche ich aber drei Verbündete, nämlich gute Erde, regelmäßig einen Schluck Wasser – und die Sonne. Die Sonne! Sie ist für mich das Größte, schönste auf der Welt! Sie ist mein großes Vorbild, allein schon, weil sie so viel Kraft hat! Sie kann alles wärmen, und dafür liebe ich sie! Wenn meine Freunde mir also helfen, verändere ich mich. Aus dem kleinen grauen Kern rollt sich dann schon bald das erste Blatt heraus, ich bekomme einen Stengel und Wurzeln. Je länger ich wachse, desto länger werde ich auch. Irgendwann habe ich dann genug, und dann ist es Zeit, eine Blüte zu entwickeln. Das tue ich am allerliebsten.

Ich will so werden wie die Sonne – auf meine Art! Deshalb blühe ich in einem sonnigen Gelb. Die Mitte meiner Blüte brauche ich für mich selbst: Da wachsen all meine Kinder, um entweder die Menschen und Vögel zu füttern und sie zu stärken, oder um selbst einmal große und starke Blumen zu werden und der Sonne nachzueifern – auf ihre Art und Weise.

Als sie heute morgen aufstand, war es schon hell. Kein Wunder, es war schließlich schon acht Uhr. Auf dem Weg zum Badezimmer kam sie am Esszimmer vorbei, das vollkommen sonnendurchflutet war. Alles sah so freundlich aus… und sie spürte eine angenehme Wärme, die der des eben verlassenen Bettes noch übertraf.

Es wird Frühling, freute sie sich, endlich!

In dem Garten meiner Eltern stand eine Kastanie. Als ich sie (und sie mich) eroberte, war sie schon über 20 Jahre alt. Meine Großmutter hatte wohl einen kleinen Ableger im Wald ausgegraben und in unseren Garten gesetzt. Der Baum blühte weiß, und seine Blätter faszinierten mich immer: Man konnte sie zwischen den stärken Triebadern einreißen, und doch blieb die Struktur des Blattes erhalten, wenn auch das Blatt zerstört war. Ich erinnere mich, dass ich viele, viele Blätter, über Jahre immer wieder auf diese Weise sezierte. Dem Baum machte das nichts; er war so stark und kräftig.

Wir kletterten als Kinder in ihm, freuten uns, wenn wir hoch im Baum Übersicht über den ganzen Garten hatten und doch durch die dichten Blätter versteckt waren. So ging für mich sowahl etwas Bergendes von diesem Baum aus als auch etwas Gefährliches, denn nicht nur, dass ich mich in dem Baum verklettert habe und nur mit Herzklopfen den Weg zurück fand, so mussten wir uns beim Herauf- und Herabklettern immer gut vorsehen, damit uns nichts geschah.

Die Kastanie war wie ein Stück Leben für mich. Die Pracht der Krone und die schöne Blüte waren wie das Glück selbst. Ich fühlte mich sicher in ihr, doch ständig von Herausforderungen bedroht. Die Früchte und die Blätter spendeten Phantasie, doch riefen auch Streit hervor (einmal ernteten die Nachbarkinder fast alle Kastanien, dabei waren es doch meine!).

Ich erinnere mich gern an diesen prächtigen Baum. Zu gern hätte ich auch einen in meinem Garten. Doch der ist dafür zu klein.