Herr Hamann wollte immer eines besitzen, und nun hatte er sich ein Wasserbecken angelegt. Dort, wo vorher der Kräutergarten und das Rosenbeet seiner Frau war – es war der sonnigste Platz im Garten, in der Mitte gelegen, umgeben von einer Rasenfläche, die wiederum von einer riesigen Kastanie auf der einen Seite und einer uralten Weide auf der anderen Seite umsäumt war – hatte er eigenhändig das Loch für das Becken ausgegraben. Die Rasenfläche war leicht abschüssig, die Weide stand nicht nur an der Grundstückgrenze, sondern auch am höchsten Punkt des Gartens, sodass ein kleiner Absatz oberhalb des neuen Bassins entstanden war. Und dann schloss sich das Wasserbecken an: es war rechteckig, und mit den großen, hellen Marmorfliesen wirkte es kühl und irgendwie falsch.

Herr Hamann kam nicht darauf, was falsch an diesem Becken war. Schwarz sah das Wasser darin aus, schwarz und tot. Die Wasseroberfläche war ganz reglos.

Aber er kam sowieso nicht darauf, was falsch lief in seinem Leben. Er hatte auch nicht verstanden, warum sich seine Frau von ihm getrennt hatte. Und nun stimmte auch das Wasserbecken in seinem Garten nicht. Er suchte sich einen Platz unterhalb der Weide mit seiner Zeitung und dachte an etwas anderes. 

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