Wieso?

Sie verstand es nicht. Wieso, bitte schön, hatte sie an diesem Morgen eine brennende Sehnsucht nach dem Herbst? Sie fand es ja selbst etwas pervers, aber es war so.
Draußen brandete ein starker Sturm, doch noch hielten die Kirschblüten dem starken Wind stand. Die Narzissen taten auch ganz verträumt und wiegten sich verspielt im Wind. Das Tor klapperte, wie immer bei Sturm, und auch im Haus hörte sie die Küchentür schlagen. Nun setzte Hagel ein.

Mit anderen Worten: Es war Frühling, Aprilwetter (selbst wenn es noch März war), und man konnte sich darüber freuen, dass die Tage länger wurden, man den Wintermantel austauschen konnte gegen eine leichtere Jacke, und man wahrscheinlich schon bald im Garten würde frühstücken können.

Wieso, also bitteschön, sehnte sie sich mit einem Male nach dem Herbst, der ihr doch eigentlich jedes Jahr viel zu früh zurückkam und ihre langen helle Tage stahl?

Ich will Euch sagen, was das war: Es war der Griesgram. Und dieser Frau war echt nicht zu helfen. Zum Glück kenne ich sie nicht.

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