Sie fluchte. Der Rucksack war so schwer auf ihrem Rücken! Es war der erste Tag von vier Wandertagen, und sie waren mit vollem Gepäck und Proviant unterwegs. Und heute hatten sie eine Strecke von 20 km zurückzulegen! Nach fünf Stunden war sie schon so müde, dass sie die ganze Wanderung am Liebsten abgebrochen hätte.

Die Landschaft war grandios; nur das Wetter hätte etwas freundlicher sein können. Nach einer kurzen Pause schuftete sie weiter und fragte sich ernsthaft, ob man das wirklich haben muss, so eine Plackerei.
Am nächsten Tag ging es schon besser, und der dritte Tag brachte mit einer vergleichsweise kurzen Wanderung eher Erholung. Morgen dann sollten sie den steilen Aufstieg machen, um endlich die berühmten Torres bei Sonnenaufgang zu sehen! Der Aufstieg war dann das Härteste von allem auf der Tour; Riesige Geröllfelsen galt es zu überklettern, die Steigung war enorm. Wenigstens war das Wetter freundlich! Dann der Ausblick: Er war wirklich gigantisch! Vornehm und erhaben ragten die drei Felsen in die Höhe; die Sonne tauchte sie in ein rötliches Licht. Niemals zuvor hatte sie solch einen Stolz auf ihre eigene Leistung empfunden; niemals zuvor fühlte sie sich so reich belohnt für etwas.

Später die Fotos: Sie waren wirklich beeindruckend geworden! Zuhause staunten alle über diese Felsen, über die Farben des Himmels und der Seen, der Felsen.

Doch das Gefühl, das sie damals empfunden hatte: das fehlte auf den Bildern. Dafür war es jedoch ganz, ganz tief in ihrem Herzen und Hirn eingegraben. Niemalnd könnte ihr dieses Erlebnis je wieder stehlen.

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