Die Sonne hat an diesem Nachmittag schon an Kraft verloren, und so bescheint sie verhalten, aber noch wärmend den Weg durch die schmale Düne, die parallel zum kleinen Strand verläuft. Die Holzbalken, die den Weg ausmachen, sind zum Teil mit feinem, hellen Sand bedeckt, der bei jeder Bewegung der Luft weiterzieht. Am Wegesrand wachsen die Strandrosen, die einfache, rosafarbene Blüten tragen, bevor sie viele rote Hagebutten bekommen, die sich dann kräftig gegen das Grün der Blätter absetzen. Der August ist schon so weit fortgeschritten, dass mehr Hagebutten als Blüten zu sehen sind. Auch Gräser in rauem Grün finden sich hier in Büscheln, zwischen den Rosen und am Weg, und dazwischen immer der helle Sand, während sich darüber ein hoher, hellblauer Himmel spannt, auf dem wie getupft einige kleine, sanfte gelblich-weißen Wolken verteilt sind.

Durch eine schmale Senke ist ein Stück der tiefblauen, bewegten Nordsee zu sehen, und auch vom Strand, der vor schönen Steinen nur so wimmelt. Unsere Taschen sind schon schwer und voll von den roten und graublau-melierten, jeder für sich ein ganz besonderes Andenken an diesen Tag.

Ein leichter Wind lässt die Blätter und die trockenen Gräser rascheln; sonst ist es still. Er bringt uns den Duft nach Meer zu uns, der nicht immer angenehm ist, denn oft siegt der Geruch nach verwesendem Fisch. Auf unserer Zunge liegt ein leichter Geschmack nach Salz.

Von der Sonne erwärmt, mit gebräunten Gesichtern, sitzen wir wohlig da und lassen uns und unsere Gedanken treiben in diesem Moment, den wir am liebsten wie die Steine später in unseren Koffer packen möchten, um ihn mit nach Hause zu bringen.

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